Kims KI-Barometer

Medien, Marketing & Kommunikation

Kaum ein Bereich spürt KI so früh: Übersetzungen, Standardtexte und die Suche nach Informationen verändern sich bereits sichtbar. Journalismus und Marketing ziehen nach.

Wie schnell verändert KI den Bereich?

ruhigspürbardeutlichschnellrasant

Tempo: schnell

Innerhalb des Bereichs ist die Übersetzung am weitesten: Dort hat KI den Markt schon stark verändert. Marketing und Journalismus stecken mitten im Umbau, neue Studien sagen dort deutlich weniger Stellen voraus.

Wie weit ist der Umbau?

AusprobierenUmbauNeue Normalität 2022202420262028203020322035 viel wenig heute Prognose

bisher Kims Prognose mit Spielraum Signale aus Beiträgen (orange: Jobs unter Druck, blau: Jobprofil wandelt sich, grün: bremst)

Wer macht's künftig – Mensch oder KI?

Anteil der Arbeit, den KI übernimmt: heute bis etwa 2030

  • Übersetzen & Lokalisieren
    iTexte in andere Sprachen übertragen und an ein Land anpassen, etwa Websites, Handbücher, Untertitel oder Spiele. Maschinelle Übersetzung (z. B. DeepL, ChatGPT) liefert den Rohtext, Menschen korrigieren immer öfter nur noch nach („Post-Editing“).
  • Standardtexte, SEO & Produkttexte
    iWiederkehrende Texte nach festem Muster: Produktbeschreibungen, kurze Meldungen, Newsletter, Social-Media-Posts und Texte, die bei Google gut gefunden werden sollen (SEO).
  • Kampagnen umsetzen & ausspielen
    iAnzeigen und ihre Varianten erstellen, Zielgruppen einstellen, Budgets verteilen, testen und auswerten. Vieles davon übernehmen die Werbeplattformen inzwischen selbst.
  • Werbung & Visuals gestalten
    iAnzeigen, Bilder, Grafiken, Banner und Layouts entwerfen. Bildgeneratoren (z. B. Midjourney, Adobe Firefly) liefern in Sekunden Entwürfe und Varianten, Menschen geben Idee, Marke und Feinschliff vor.
  • Recherche & Dokumente auswerten
    iQuellen sichten, lange Dokumente zusammenfassen, Daten durchsuchen. KI liest große Mengen in Sekunden, Menschen bewerten, was davon stimmt und wichtig ist.
  • Social Media betreuen
    iPosts planen und texten, Kommentare beantworten, mit der Community im Gespräch bleiben. Texte und Planung übernimmt KI zunehmend, den echten Austausch eher nicht.
  • Video & Audio produzieren
    iClips schneiden, Untertitel und Sprecherstimmen erzeugen, Podcasts bearbeiten. KI übernimmt viele Handgriffe, Dreh, Interview und die Idee dahinter bleiben überwiegend beim Menschen.
  • Fakten & Qualität prüfen
    iKontrollieren, ob Inhalte stimmen, Quellen belastbar sind und nichts gegen Recht oder Markenregeln verstößt. KI kann vorprüfen, die Verantwortung bleibt beim Menschen.
  • Strategie & Geschäftsverständnis
    iEntscheiden, welche Botschaft, welches Thema und welcher Kanal zu den Zielen des Unternehmens passt. KI liefert Analysen, die Richtung geben Menschen vor.
  • Interviews, Vor-Ort-Recherche, eigene Stimme
    iMit Menschen sprechen, vor Ort sein, das Vertrauen von Quellen gewinnen und mit unverwechselbarem Stil schreiben. Das lässt sich kaum an KI abgeben.

Trends in Pfeilen

Jeder Pfeil zeigt, wohin sich die genannte Größe entwickelt: ⬆ mehr, ⬇ weniger, zwei Pfeile = stark. Orange heißt „es wird weniger“, blau „es wird mehr“.

Jobs im Journalismus (stark fallend)

Bis 2035 im schlimmsten Szenario halbiert (40.000 → 20.000)

TH Köln / Uni Tallinn

Aufträge für Übersetzer*innen (stark fallend)

Einzelberichte: Einkommen −60 bis −80 %, Wortpreise halbiert

Blood in the Machine

Stellen im Marketing (fallend)

Nachfrage rund ein Viertel unter Vor-Corona-Niveau

Indeed

KI als Such- und Empfehlungsweg (stark steigend)

Lokale Empfehlungen per KI: 6 % → 45 % in einem Jahr

BrightLocal

KI-Kompetenz in Stellenanzeigen (steigend)

Anzeigen, die KI ausdrücklich fordern, nehmen stark zu

Indeed

Neue Rollen: prüfen & steuern (steigend)

Gefragt sind Menschen, die KI-Inhalte prüfen und KI-Werkzeuge steuern

Kims Prognose

Signale aus Kims Beiträgen

Jobs unter Druck = Stellen oder Aufträge fallen weg. Jobprofil wandelt sich = die Arbeit verändert sich deutlich, die Stellen bleiben vorerst. bremst = KI setzt sich langsamer durch, etwa wegen Qualitätsproblemen oder Regulierung.

  1. Jobs unter Druck Studie: Jeder zweite Journalismus-Job bis 2035 in Gefahr
  2. Jobprofil wandelt sich Google verliert, KI-Empfehlungen legen kräftig zu
  3. Jobs unter Druck Indeed: Marketing-Stellen rund 25 % unter Vor-Corona-Niveau
  4. Jobprofil wandelt sich HubSpot: 71 % im Marketing nutzen ChatGPT & Co.
  5. Jobprofil wandelt sich Bitkom: Jede*r Zweite recherchiert schon mit KI-Chats
  6. bremst EBU-Studie: KI-Assistenten verzerren Nachrichten
  7. Jobs unter Druck Übersetzer*innen berichten vom Markteinbruch
  8. Jobprofil wandelt sich Lokalzeitung in Norwegen nutzt KI als Assistenz – ohne Stellenabbau

Kim prophezeit bis 2030

  • Prüfen statt schreiben: Neue Rollen entstehen, die KI-Inhalte auf Fakten, Quellen und Rechte prüfen.
  • In KI-Antworten vorzukommen wird für Marken und Medien wichtiger als das Google-Ranking.
  • Reine Ausführungsjobs schrumpfen. Gefragt sind Leute, die KI steuern und Ergebnisse mit Geschäftszielen verbinden.
  • Lokaljournalismus gerät am stärksten unter Druck, weil er für große Plattformen kaum zählt.