Kims KI-Barometer

HR, Recruiting & Bewerbung

Im Recruiting trifft KI auf KI: Bewerbende schreiben mit KI, Unternehmen sortieren mit KI vor. Klassische Unterlagen verlieren dadurch an Wert – und die Personalabteilung gerät selbst unter Druck.

Wie schnell verändert KI den Bereich?

ruhigspürbardeutlichschnellrasant

Tempo: deutlich

Auf Seite der Bewerbenden geht es schnell: Jede dritte Bewerbung entsteht schon mit KI, Jobbörsen werden zu KI-Assistenten. In den Personalabteilungen ist KI dagegen erst selten fest verankert. Der Umbau läuft, aber ungleichmäßig.

Wie weit ist der Umbau?

AusprobierenUmbauNeue Normalität 2022202420262028203020322035 viel wenig heute Prognose

bisher Kims Prognose mit Spielraum Signale aus Beiträgen (orange: Jobs unter Druck, blau: Jobprofil wandelt sich, grün: bremst)

Wer macht's künftig – Mensch oder KI?

Anteil der Arbeit, den KI übernimmt: heute bis etwa 2030

  • Stellenanzeigen schreiben
    iAnzeigentexte für offene Stellen formulieren, an Zielgruppen und Plattformen anpassen. KI liefert Entwürfe in Sekunden, Menschen prüfen Inhalt, Ton und rechtliche Vorgaben.
  • Bewerbungen vorsortieren
    iLebensläufe und Unterlagen sichten und eine erste Auswahl treffen. Viele Unternehmen nutzen dafür schon Software oder KI. Absagen ohne menschliche Prüfung sind nach DSGVO nicht erlaubt.
  • Termine & Kommunikation mit Bewerbenden
    iEingangsbestätigungen, Rückfragen, Terminabsprachen und Statusmeldungen. Chatbots und automatische Mails übernehmen viel davon, Bewerbende bewerten persönlichen Kontakt aber deutlich besser.
  • Passende Leute finden (Sourcing)
    iIn Netzwerken und Datenbanken nach geeigneten Kandidat*innen suchen und sie ansprechen. KI-Werkzeuge von Jobbörsen und Netzwerken schlagen Profile vor und schreiben erste Nachrichten.
  • Fragen von Beschäftigten beantworten
    iHR-Service rund um Urlaub, Verträge, Gehalt oder Altersvorsorge. Chatbots und Wissensdatenbanken beantworten einfache Anfragen, komplexe Fälle bleiben bei Menschen.
  • Eignung prüfen
    iTests, Arbeitsproben und Video-Interviews auswerten. KI kann Muster erkennen und Fehler wie Müdigkeit oder den ersten Eindruck ausgleichen, übersieht aber leicht ungewöhnliche Lebensläufe.
  • Onboarding & Weiterbildung organisieren
    iNeue Beschäftigte einarbeiten, Lernpfade planen, Schulungen verwalten. KI erstellt Lerninhalte und Pläne, die Begleitung im Team bleibt menschlich.
  • Personalplanung & Analysen
    iBedarf vorausplanen, Fluktuation und Kennzahlen auswerten. KI erkennt Muster in den Daten, Entscheidungen über Stellen treffen Menschen.
  • Gespräche führen & entscheiden
    iVorstellungsgespräche führen, Eindruck und Passung bewerten und die Einstellung entscheiden. Bewerbende lehnen reine KI-Entscheidungen klar ab.
  • Beraten & Wandel begleiten
    iFührungskräfte beraten, Konflikte lösen, Beschäftigte durch Veränderungen wie den KI-Umbau führen. Das lässt sich kaum an KI abgeben.

Trends in Pfeilen

Jeder Pfeil zeigt, wohin sich die genannte Größe entwickelt: ⬆ mehr, ⬇ weniger, zwei Pfeile = stark. Orange heißt „es wird weniger“, blau „es wird mehr“.

Bewerbungen mit KI (stark steigend)

HR schätzt: Jede dritte Bewerbung entsteht schon mit KI

Indeed

Wert des Anschreibens (stark fallend)

54 % der HR-Entscheidenden sagen: Anschreiben hat an Aussagekraft verloren

Indeed

KI-Vorsortierung in Unternehmen (steigend)

42 % sortieren offiziell mit Software oder KI vor, 28 % mit Schatten-KI

Indeed

Einstellungen von Berufseinsteiger*innen (fallend)

26 % stellen seit dem KI-Einsatz weniger ein, nur 7 % mehr

Northeastern University

Jobsuche im Dialog mit KI (stark steigend)

LinkedIn: über 25 Mio. KI-Suchanfragen pro Woche

LinkedIn

Arbeitsproben statt Unterlagen (steigend)

Fachleute fordern praktische Auswahlverfahren statt perfekter Texte

CHIP / HR-Fachleute

Signale aus Kims Beiträgen

Jobs unter Druck = Stellen oder Aufträge fallen weg. Jobprofil wandelt sich = die Arbeit verändert sich deutlich, die Stellen bleiben vorerst. bremst = KI setzt sich langsamer durch, etwa wegen Qualitätsproblemen oder Regulierung.

  1. Jobs unter Druck Northeastern: HR sieht die eigene Arbeit besonders stark durch KI bedroht
  2. Jobprofil wandelt sich Indeed: 11 % sagen ohne menschliche Prüfung ab
  3. Jobprofil wandelt sich Jobbörsen werden zu KI-Karriereassistenten
  4. bremst BPM-Studie: Nur 11 % der Personalabteilungen haben KI fest verankert
  5. Jobs unter Druck Monash-Studie: KI sagt Berufserfolg genauer voraus als Recruiter*innen
  6. Jobprofil wandelt sich KI-Agenten bestehen Onlinetests fehlerfrei in Minuten
  7. Jobprofil wandelt sich HR-Fachleute: KI macht das Anschreiben überflüssig
  8. Jobprofil wandelt sich Indeed: Recruiting-Teams sparen mit KI bis zu 8 Stunden pro Woche
  9. Jobprofil wandelt sich LinkedIn startet Jobsuche per KI-Dialog auch auf Deutsch
  10. bremst Prompt-Hacks: Bewerbende tricksen KI-Auswahl mit verstecktem Text aus
  11. Jobprofil wandelt sich WTW: Über 80 % der befragten Großunternehmen nutzen oder testen KI in der bAV
  12. bremst Softgarden: Nur 6 % der Bewerbenden akzeptieren reine KI-Entscheidungen

Kim prophezeit bis 2030

  • Das Anschreiben verschwindet: Arbeitsproben, Kurzaufgaben und Gespräche ersetzen perfekte Texte.
  • Vorsortierung, Terminabsprachen und Stellenanzeigen laufen weitgehend automatisch. Recruiter*innen prüfen und entscheiden.
  • Weniger HR-Sachbearbeitung, mehr Beratung: HR wird zur Begleitung des KI-Umbaus im Unternehmen.
  • Regeln ziehen Grenzen: DSGVO und EU-KI-Verordnung verlangen bei Personalentscheidungen den menschlichen Blick.